Sensorisches Spielen: So lernt dein Kind am besten!

Wie lernen Kinder eigentlich am besten? Können Eltern ihre Kinder dabei aktiv unterstützen und fördern? In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie wichtig die sensorische Integration (Zusammenhänge erkennen) fürs Lernen ist und wie diese beeinflusst werden kann. 

So funktioniert es

Kinder lieben es, unterschiedliche Aktivitäten auszuprobieren, da solche Bewegungen wie Nahrung für ihr Gehirn sind. Jeder Mensch ist praktisch dafür geschaffen, motiviert zu sein, das eigene Gehirn zu fördern und deshalb lieben Kinder vielfältige Empfindungen, die genau dabei helfen! 

Über unsere Sinne werden Informationen aufgefangen und an unser Gehirn weitergeleitet. Nur wenn diese in einer gut organisierten bzw. integrierten Art und Weise verarbeitet werden, können wichtige Lernprozesse entstehen. Unser Gehirn ist also eine Art Sortiermaschine. Die Verbindungen im Gehirn stabilisieren sich bei Wiederholungen und bilden sich zurück, wenn sie im Alltag wenig bis gar nicht genutzt werden. Menschen mit einer schlecht organisierten sensorischen Integration haben größere Schwierigkeiten, müssen sich deutlich mehr anstrengen und sind langsamer bei Herausforderungen als Menschen mit einer guten sensorischen Integration. Verläuft alles angemessen, dann kann ein Kind immer besser komplexere Lernaufgaben bewältigen und sich auch selbst regulieren.

Wofür die sensorische Integration fördern?

Bereits im Mutterleib hat das Zusammenspiel der Sinne deines Kindes begonnen. Die Informationen aus dem Alltag füllen das Gehirn nach und nach mit Erfahrungen und verändern so die Gehirnstruktur. Besonders das Spielen fördert im Laufe der ersten Jahre die sensorische Integration, die sich durch ständige Auseinandersetzung mit unterschiedlichen und vielfältigen Dingen weiterentwickelt. Bekommt dein Kind unterschiedliche sensorische Reize und lernt diese zu entdecken und einzuordnen, wird es ein sehr bereicherndes und wertvolles Gefühl verspüren. Lernen mit allen Sinnen bedeutet erforschen, untersuchen und Neues schaffen! Je mehr Sinne angesprochen werden, desto besser können Informationen aufgenommen und behalten werden. Das ist bei uns Erwachsenen tatsächlich genauso! Wir lernen auch besser, wenn wir Neues nicht nur hören, sondern auch mitschreiben oder das Gehörte anwenden. Ein Kind, das durch sensorisches Spielen lernt, sich zu organisieren, kann im Erwachsenenalter Herausforderungen besser bewältigen. 

Tipps für die sensorische Integration:
Über unsere Sinne schaffen wir eine Brücke zwischen unserer Innen- und Außenwelt. 

- Sensorische Lernkarten:

  • verschiedene Farben, Formen, Materialien und Zahlen
  • unterstützt die sensorische Fähigkeit und die haptische Wahrnehmung

- Anreize zur Bewegung schaffen:

  • freies Spielen, was den ganzen Körper mit einbezieht
  • strukturierte Bewegungen (Tanzen, Sport…)

- Ja-Umgebung:

  • kindgerechte und organisierte Raumgestaltung
  • vielfältige, aber ausgewählte Aktivitäten, die die Sinne stimulieren
  • Materialien größtenteils fürs Kind selbstständig zugänglich

- Sinnesboxen: ein Angebot zum Spüren

  • Füllung z.B. Mais, Makkaroni, kinetischer Sand
  • kindgerechte Werkzeuge z.B. Löffel, Kelle, Becher, Figuren, Naturmaterialien (Stöcke, Steine …)

- Natur entdecken: 

  • Steine sammeln, barfuß laufen, rennen… wohin es dein Kind auch zieht 

- Kreativität anregen

  • Materialien wie Buntstifte zum Malen bereitlegen

Und das sind nur einige Beispiele. Es gibt unfassbar viele sensorische Spiele und Aktivitäten, die bei der Entwicklung deines Kindes helfen können. Der Alltag alleine ist schon voller sensorischer Erlebnisse! Sei es das gemeinsame Kochen, kleine Missgeschicke aufwischen und und und. Es muss nicht mal etwas Gekauftes oder Selbstgemachtes sein. Da aus der Forschung bekannt ist, dass insbesondere kleine Kinder sich nur auf ihre Sinne stützen können, um die Welt verstehen zu lernen, sollte das im Alltag ausgiebig integriert werden. Vor allem durch das Spielen und den Einsatz mehrerer Sinne fühlen sich Kinder konzentrierter und ausgeglichener. Und denkt immer daran, die Stärken eures Kindes hervorzuheben und Fehler als Teil des Lernprozesses zu schätzen! 

Quellen:
Ayres, A. J. (2013). Bausteine der kindlichen Entwicklung: die Bedeutung der Integration der Sinne für die Entwicklung des Kindes. Springer-Verlag.